Schadensersatzansprüche bei Verdrängungsmissbrauch sind ökonomisch mindestens ebenso bedeutend wie Kartellschäden, ihre Quantifizierung jedoch methodisch komplex. Strukturelle Marktverzerrungen erschweren die Bildung kontrafaktischer Szenarien erheblich, sodass klassische Preisanalysen nicht ausreichend sein können. Stattdessen sind dynamische Effekte, Marktanteilsverschiebungen und nachlaufende Verzerrungen zentral. Der Artikel erläutert, welche ökonomischen Herausforderungen sich daraus ergeben, wie kontrafaktische Szenarien entwickelt werden können und welche Rolle der Praktische Leitfaden sowie neuere Rechtsprechung für eine pragmatische und belastbare Schadensschätzung spielen.